Hallo Liebe,
letztes Jahr waren wir und unsere Wohnung mit einer Wohnreportage in der "LandIDEE- Wohnen& Deko"(Nr.6-Oktober& November). Heute möchte ich euch mal ganz ehrlich erzählen, wie das so war.
Letztes Jahr im Frühling bekam ich das Angebot für eine 7-seitige Wohnreportage über unsere vier Wände. Ich fand das direkt sehr interessant, hatte aber auch sehr viele Zweifel. Unsere Wohnung ist für mich meine ruhige Insel, meine immer währende Komfortzone. Dort spielt sich ein großer Teil meines/unseres Lebens ab. Ich fragte mich ob ich wirklich Menschen von einem Magazin dort haben wollte und ob ich Fotos der Wohnung in einem Magazin sehen/zeigen wollte. Eine Wohnung ist immer auch etwas sehr intimes. Das wollte ich nicht alles preisgeben oder gar präsentieren. In meinem Kopf spielten sich die unterschiedlichsten Szenarien ab. Ich sah Leute, die durch meine Wohnung wuseln und beliebig umdekorieren oder sogar umstellen. Meine größten Bedenken waren, dass unsere Wohnung inszeniert wird und nicht authentisch dargestellt wird. Wenn unsere Bude öffentlich gezeigt wird, dann bitte so, wie sie wirklich ist. Und noch aufgeräumt.
Mit all meinen Zweifeln ging ich in ein Telefonat mit der Chefredakteurin Melanie Breuer. Zusammen rollten wir alle Bedenken auf, zurrten sie zusammen und schickten sie ganz weit weg. Es stellte sich heraus, dass der Besuch des Teams ganz anders ablaufen sollte als in den Szenarien in meinem Kopf. Nur das, was wir wollten sollte fotografiert werden, es sollte nichts umgestellt werden und die Wohnung sollte authentisch gezeigt werden. Wir sollten sogar die komplette Reportage inkl. Fotos vor dem Druck zum Gegenlesen bekommen. Das war für mich total wichtig und ist eher unüblich. Ich war erleichtert und freute mich. Mein Bauchgefühl war gut. Okay, ein paar kleine Zweifel kamen wieder, aber da das gute Gefühl überwog sagte ich zu. Das mache ich übrigens bei allen Sachen, die den Blog betreffen so: ich höre auf mein Bauchgefühl.
Wir vereinbarten einen Termin, an dem die Chefredakteurin Mel und die Fotografin Birgid zu uns kommen sollten. Fünf Tage vor diesem Termin begannen wir aufzuräumen und zu putzen. So sauber war unsere Wohnung danach übrigens nie wieder. Vielleicht eine gute Taktik für einen wirklich ausführlichen Frühjahrsputz?! Die Wohnung auf Hochglanz poliert, etwas nervös und vorfreudig hießen wir Mel& Birgid dann eines morgens willkommen.
Ohne zu übertreiben muss ich sagen, dass mein gutes Bauchgefühl sich potenzierte, sobald die Beiden bei uns waren. Erleichterung machte sich breit. Die zwei waren sowas von nett und herzlich. Ich war geflasht. Niemand ist einfach durch die Wohnung gelaufen oder hat etwas umdekoriert. Bei jedem Foto haben wir zusammen überlegt und probiert. Für mich war es super interessant zu sehen, wie Birgid bei solch einem Shooting arbeitet und was sie so an Equipment mitbringt. Einen ganzen Tag lang war es wie ein Fest: Birgid beobachten, den Aufbau von Fotos besprechen und mit Mel über ihre Redaktion quatschen. Wir sind sehr froh darüber, dass wir diese Erfahrung machen durften und mussten abends noch einen extra Muffin essen, weil wir so platt waren. Mädels, wir danken euch für diesen tollen Tag und das schöne Ergebnis.
Wir haben für diese Reportage kein Geld bekommen. Unsere Abmachung war, das mein Blog in der Reportage erwähnt wird und ein Abo trudelt nun auch bei uns ein. Ehrlich gesagt war uns das mit dem Geld egal. Und angeblich bekommt man selbst bei richtig großen Wohnmagazinen eine wirklich kleine Summe, wenn man die eigene Wohnung zur Verfügung stellt. Ich finde es viel wichtiger, dass die Rahmenbedingungen und der Bauch stimmen, als dass man finanziell entlohnt wird. Falls ihr mal vor solch einer Entscheidung stehen solltet, wie ich im Früjahr: seid offen aber sprecht eure Zweifel ganz ungeniert an. Euer Zuhause und eure Regeln. Dann kann daraus ein wirklich schönes Projekt entstehen. Ich bin dankbar.
Einen Tag bevor die Ausgabe mit unserem Artikel erscheinen sollte traf bei uns ein riesiger Karton mit ziemlich vielen Heften ein. Ich habe noch zwei Stück über, die möchte ich gerne an zwei meiner Leser schicken. Wer möchte denn gerne eins haben?
Alle Fotos (außer das kleine quadratische) aus diesem Post: Birgid Allig
In der Wohnung gegenüber eröffnet mein Freund Michel nächsten Monat übrigens die Bürogemeinschaft "Oppa Franz". Im Moment schreiben wir zusammen am Businessplan und richten ein. In dem Büro werden dann Schreibtische/ Arbeitsplätze an Kreative und Startups u.a. vermietet. Falls ihr Interesse an Details habt oder sogar einen Arbeitsplatz mietet, meldet euch jederzeit.